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10 Fragen an: Parashift AG

Was ist die Geschäftsidee?
Parashift hat die Mission die Dokumenten-Extraktion für Unternehmen weitgehend zu automatisieren. Heute ist das Aufsetzen, Konfigurieren, Antrainieren der Dokumententypen und das Korrigieren der Ausleseergebnisse ein mühsamer und teurer Prozess. Mit der Plattform von Parashift können Unternehmen vorkonfigurierte Dokumententypen von hoher Auslesegenauigkeit out-of-the-box nutzen und zudem einfach und schnell ihre spezifischen, individuellen Dokumententypen einrichten. Zudem lernt die Plattform von sämtlichen Verarbeitungen, welche stattfinden. Diese Learnings kommen kontinuierlich allen Kunden zugute.

Wie ist die Geschäftsidee entstanden?
Mein Co-Founder Jan-Hendrik Heuing und ich haben noch ein anderes Start-Up, die Firma Accounto. Als wir für Accounto eine API, die einfach und günstig Dokumente auslesen kann suchten, mussten wir feststellen, dass es eine solche Lösung nicht gibt. Nach und nach haben wir gelernt, dass Dokumentenextraktion zwar ein riesiger Markt ist, niemand aber eine wirklich umfassende Lösung anstrebt, da man der Meinung ist, das technologisch Machbare sei bereits erschöpft. Unsere Ansätze zeigten, das dem nicht so ist.

Woher stammt das Startkapital des Startups?
Wir haben einen Teil von Parashift selbst finanziert. In der Folge konnten wir zudem erste Seed-Investoren gewinnen, unter anderen die Baumann & Cie, die Fiba-Gruppe oder Jaquet Partners.

Womit verdient das Startup Geld?
Wir verdienen hauptsächlich an den Gebühren, die wir für die Verarbeitung der Dokumente nehmen. Zusätzlich bieten wir auch Services und Support.

Wo liegt der USP (Alleinstellungsmerkmal) des Startups?
Der USP von Parashift liegt darin, dass wir den Zugang zu und die Kosten von Dokumentenextraktion radikal verkürzen resp. senken. Unsere Plattform ändert das Pardigma wie Dokumente ausgelesen werden fundamental. Anstatt für jede neue Dokumentenart Zeit, Geld und Projektaufwand investieren zu müssen können unsere Kunden in kurzer Zeit immer mehr Dokumententypen einfach auslesen und profitieren dabei von einer Vielzahl out-of-the-box Funktionalität. Zudem lernt das System im Schwarm aller Kunden.

Was war die bisher grösste Herausforderung?
Ich denke einer der Herausforderungen war, dass wir die technologische Komplexität unterschätzten. Das tun eigentlich alle die im Bereich Dokumentenextraktion etwas Neues tun. Man kommt schnell auf einen gewissen Stand der Auslesequalität, die bittere Wahrheit ist aber, dass diese für die Firmen eigentlich nicht so viel Wert hat. Die Auslesequalität von diesem Level zu steigern und gleichzeitig ein Produkt zu bauen, dass für die Unternehmen relevant ist, ist enorm aufwändig und kompliziert. Diese Learnings durch zu gehen, Mitarbeiter und Investoren zu motivieren möglichst groß zu denken – denn das kommerzielle Potenzial ist schlicht immens – ist eine meiner größten Herausforderungen. Und eine die übrigens noch nicht überwunden ist.

Was war der bisher grösste Erfolg?
Es gab bereits viele Erfolge auf technologischer Seite. Auf kommerzieller Seite werte ich es als Erfolg, dass wir in wenigen Monaten sehr große Firmen als Kunden gewinnen konnten. Wenn ein großes Unternehmen sich entschließt sämtliche Dokumente über die Plattform eines Start-Ups zu verarbeiten, weil das einfach die beste Option ist, dann ist das schon eine großartige Sache.

Was sind die nächsten Schritte?
Wir stehen kurz davor unser finales Produkt – die Plattform – öffentlich zu releasen. Sie wird es Kunden ermöglichen vorkonfigurierte Standarddokumententypen wie Rechnungen, Bilanzen, Lohnausweise etc. direkt ohne Setup zu nutzen und zusätzlich ist es damit für Kunden möglich einfach und schnell individuelle Dokumententypen anzulegen und damit spezifische Dokumente zu verarbeiten. Zudem werden wir einen Teil der Standarddokumententypen weiter voll-validiert anbieten und die Preise senken. Es ist sehr absehbar, dass wir in ein paar Monaten in der Lage sein werden den voll-validierten Rechnungsdatensatz aus einer x-beliebigen Rechnung für rund EUR 0.05 zu liefern. Wir kommen damit an den Punkt wo es schlicht keinen Sinn mehr macht eine andere Option als Parashift zu nutzen.

Die Schweiz ist ein guter Standort für Startups, weil…
…weil die Schweiz eine phänomenale Lebensqualität bietet und daher viele Talente anzieht.

Was kann die Schweiz für Startups besser machen?
Die Schweizer Regierung könnte die Rahmenbedingungen für Start-Ups verbessern insbesondere in Zusammenarbeit mit den Standortförderungen. Die Schweizer Wirtschaft könnte noch experimentierfreudiger werden in Bezug auf den Einsatz von Lösungen von Start-Ups.

 

Über Parashift AG

Parashift AG, gegründet 2016, ist ein Deep-Tech Unternehmen mit Fokussierung auf die Autonomisierung von Dokumentenextraktion durch Machine-Learning. Parashift ist bei Basel (Schweiz) domiziliert und beschäftigt rund 20 Personen im Bereich Machine-Learning Engineering und Entwicklung. Forbes nannte Parashift 2019 als eines von 30 vielversprechenden AI-Startups in Europa.

Gegründet am: 2018
Firmensitz: Sissach, bei Basel
Branche: Intelligent Document Processing
Die Gründer: Alain Veuve und Jan-Hendrik Heuing
Anzahl Mitarbeiter: 25
Website: www.parashift.io